11.02.2019
Pressebericht Nürtinger Zeitung 26.01.2019
(v.l.n.r.) Markus Sterr, Karin Schwarz 
 
Großauftrag aus der Automobilindustrie

topex trägt mit seinen Kennzeichnungssystemen wesentlich zur Digitalisierung in der Produktion bei.
Für eine digitalisierte Fertigung ist die eindeutige Kennzeichnung der Teile im Produktionsprozess unabdingbar.
Die Firma topex begleitet die Umsetzung von Industrie 4.0 seit vielen Jahren. Nun hat das Unternehmen einen Großauftrag eines Automobilherstellers an Land gezogen. Dabei geht es um eine sehr hohe Flexibilität in der Pkw Montage.

ERKENBRECHTSWEILER. Die Fertigungslinie entsteht bei einem großen süddeutschen Autobauer. Eine der modernsten Montagehallen für Pkws soll es nach dessen eigenen Angaben werden. Das Ziel sei eine „optimale Flexibilität“, erklärt Markus Sterr, Prokurist und zuständig für Marketing und Controlling bei topex. Mehrere Pkw-Modelle sollen über eine Montagelinie gefertigt werden.

Die eindeutige Kennzeichnung der Rohkarosse stelle hierbei einen Kernprozess dar, so Sterr: „Dieser Arbeitsschritt ist ein absoluter Schlüsselprozess, da anhand dieser Kennzeichnung in Form eines selbstklebenden Etiketts mit variabel aufgedrucktem Datenmatrixcode die komplette Intralogistik des jeweiligen Fahrzeugs erfolgt.“ Dadurch sei die Karosse in jedem Prozess- oder Montageschritt identifzierbar. Durch die Vernetzung der Produktionsprozesse mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik könnten so die verschiedenenen Bearbeitungsschritte je nach Modell zugeteilt werden.

Bei topex war man schon früh in die Planung des Kunden mit eingebunden, berichtet Sterr. Dabei ging es auch um die Art und Weise, wie das Etikett aufgebracht wird, ohne die Karosserie zu beschädigen: Nachdem die spezifischen Fertigungs- und Fahrzeugdaten vom Leitrechner des Kunden an die topex Maschinensteuerung übergeben wurden, nimmt ein Fünf-Achs-Roboter mit integrierter Vakuumeinheit das Etikett am Drucker ab und fährt vor die Karosse. Sensoren prüfen laufend, dass keine direkte Berührung mit der Oberfläche möglich ist. Das Etikett wird dann über einen Luftstoß positionsgenau auf den entsprechenden Bereich „geschossen“.
Hier bewege man sich in einem Genauigkeitsbereich von einem halben Millimeter.
„Das Etikett und insbesondere der Klebstoff wurden speziell für diese Anwendung gemeinsam mit uns entwickelt“, so Sterr. Die Charakteristik des Klebstoffs erlaube die komplett rückstandsfreie Entfernung des Etiketts nach der Endmontage.  Neben dem in diesem Fall eingesetzten Thermotransfer-Druckverfahren setzt topex bei diesen Anwendungen auch auf Laserbeschriftungssysteme und RFID-Technologie.
Die Geschäfte beim Spezialisten für Etikettiermaschinen im vergangenen Jahr 2018 liefen gut, berichtet Geschäftsführerin Karin Schwarz, die das Unternehmen zusammen mit ihrem Vater Karl Schwarz leitet: „Wir sind sehr zufrieden.“ Dass es nun gelungen sei, gegen internationalen Wettbewerb einen weiteren namhaften Fahrzeughersteller für diese innovative Lösung zu gewinnen, mache stolz.

Vergangenes Jahr wurde die Belegschaft weiter vergrößert. Knapp 60 Mitarbeiter sind mittlerweile bei dem
Unternehmen beschäftigt, darunter zwei Auszubildende zum Mechatroniker.
Die Aussichten seien allerdings vor allem im Automotive-Umfeld etwas eingetrübt; durch die Diesel-Problematik und die Veränderungen bei der Motorentechnologie veränderten sich die Märkte spürbar. „Die Elektromobilität kommt sehr stark, das merken wir deutlich“, sagt Karin Schwarz. Darauf sei man bereits eingestellt. So habe man im vergangenen Jahr erste Projekte im Umfeld der E-Mobilität und der Batterieherstellung umsetzen können.

Autor:  Henrik Sauer NTZ